Theraband

Theraband

Gern werden für Hausaufgaben oder innerhalb der Therapie bzw. innerhalb von
Trainingseinheiten diese flexiblen Bänder wie das Theraband zur Stabilisation
und Kräftigung eingesetzt.

Flexible Bänder oder auch Expander haben einen entscheidenden Vorteil: Sie
können überall mitgenommen werden und ein „Training“ ist somit überall durchführbar.

Allerdings haben diese „Gummibänder“ auch viele Nachteile und sollten damit
nicht in der dynamischen Therapie eingesetzt werden. Sie sind sogar eine
Kontraindikation, weil nicht nur die obigen Ziele verfehlt werden, sondern der
Muskel darauf nicht reagieren kann und er Kraft für die eigentlich dynamische
Kontraktionsform verliert.

Warum? Bei flexiblen Bändern verändert sich mit zunehmenden Weg ihr Widerstand,
d.h., daß mit zunehmenden Weg mehr Kraft aufgewendet werden, die der
Muskel überwinden muß (elastische Energie). Dies klingt zunächst sehr
verlockend. Jedoch ist dies auf der Erde mit Gravität/Schwerkraft nicht physiologisch.
Wenn Sie eine Flasche Wasser vom Boden über Kopf bewegen, haben
Sie auf dem ganzen Weg ein konstantes und sich nicht veränderndes Gewicht
und darauf ist die Muskelatur ausgelegt. Jeder andere Kontraktionswiderstand ist
dem menschlichen Körper fremd.

Andere Schwierigkeiten ergeben sich, wenn die Übung – wie oben beschrieben –
zurückgeführt wird. Es fehlt mit zunehmenden Rückweg der exzentrische Reiz.

Des weiteren ist dem Körper unbekannt, daß in der Endstellung die größten
Widerstände auftreten. Muskelatur hat in den meisten Fällen in seiner Mittelstellung
seine größte Kraftentwicklung.

Diese Materialien können damit nur für isometrische Übungen angewandt
werden. Die Indikation für eine isometrische Übung ist leider auch sehr eng. Hier
ist v.a. die Chondromalazie anzuführen, die sehr gut anfänglich mit Isometrie
behandelt werden kann. Ansonsten ist auch von der isometrischen Kontraktionsform
dringend abzuraten, da sie für uns mehr Nachteile mit sich bringt (vgl.
dementsprechende Literatur).

Claus Melzer